Dienstag, 6. Dezember 2011

Islas Ballestas





Lagune und Wüste von Huacachina

 Wüste bei Huacachina
 Lagune von Huacachina

Immer noch der gleiche!

VerkehrsVerzweiflung


Den Verkehr beschrieb ich schon einmal als sehr chaotisch und wahnsinnig verrückt. Vor allem in den Stoßzeiten quetschen sich alle die ein Auto besitzen, neben den unzähligen Taxis und vollen Combis und Bussen auf die Straßen. Dann geht an vielen Verkehrsknoten nichts mehr. Bedeutet. Stillstand. Manchmal für einige Minuten. Was aber nicht heißt, dass es dann leise ist. Nein! Da wird gehupt und geschimpft und die Motoren heulen auf. Es ist ein ganz faszinierender Klangteppich! Der manchmal unglaublich auf die Nerven gehen kann! Und ganz manchmal. Hört man eine Sirene. Eine laute, heulende, verzweifelte Sirene, die ihrem Wunsch, Platz zu bekommen mit einem, noch lauterem, Hupen unterstreicht. Es ist das Martinshorn des Krankenwagens, der von irgendwo plötzlich aufgetaucht ist. Das Problem: Er kommt nicht durch! Einmal saß ich im Bus am Fenster und plötzlich stand dieses schreiende und hupende Ungetüm neben mir und kam einfach nicht durch den dichten Verkehr. Da spürte ich förmlich das immer schwächer klopfende Herz des Kranken und fühlte die Wut der Ärzte. Jede Sekunde zählt. Ich war wie gelähmt. Habe den Schmerz mitgefühlt und mir wurde ganz flau. Als ich mich im Bus umschaute hatte sich nichts verändert. Alles wie immer. Ist normal für Peruaner. Irgendwann kämpft er sich ein bisschen nach vorn. Dann noch ein Stück. Jetzt die Kreuzung passieren und kleinere Straßen nehmen. Das Problem hier: Die Geschwindigkeitsbegrenzenden Betonhubbel, die alle 50 Meter auf die Straßen geklatscht wurden! Aber sie haben es geschafft den Verkehr fürs erste zu umgehen. Ein Glück! Hoffentlich kommen sie noch pünktlich…

Donnerstag, 10. November 2011

Im Dunkeln

Es graut. Ich stehe am Straßenrand und betrachte Menschen. Sie lachen. Reden laut. Lallen. Einer torkelt um die Ecke. Die anderen bleiben. Nichts ahnend stehen. Das Ende eines langen Abends. Ich zünde mir meine letzte Zigarette an. Bleibe im Dunkeln. Der eine kommt wieder. Nüchtern. Trotzdem. Starrer Blick. Weiß nicht wie ihm geschah. Ich denke mir meinen Teil. Ahne was passiert ist. Es ist zu offensichtlich. Zu gefährlich alleine im Morgengrauen.
Es ist Tag. Ich laufe durch die Straßen. Fühle mich wohl. Sicher. Aber.  Schaue ich mich um. Vorsichtig. Schon seit einer Weile. Mehrmals. Und sehe immer die gleiche Szene. In das gleiche Gesicht. Bleibe ruhig. Binde meine Schuhe. Er geht vorbei. Aber. Bleibt beim nächsten Geschäft stehen. Sehen uns kurz in die Augen. Gehe nach links. Durch einen Markt. Im Zickzack. Mütze ab. Pulli weg. Geld zum allerwertesten! Finde eine Bank. Setze mich. Kippe an und telefonieren. Trotzdem wachsam. Er kommt nicht. Dann werde ich Zeuge. Geht zu schnell. Mitten auf der Straße. Und. Wieder ein Fremder. Nicht ich.
Es dämmert. Wir gehen spazieren. Zu zweit am Strand. Hören den Wellen zu. Dem Klirren der Kiesel wenn sich das Wasser wieder zurückzieht. Ist schön. Entspannt die Seele. Aber. Bin trotzdem hoch konzentriert. Nach allem was passiert ist. Zu viele Geschichten im Kopf. Zu viele Bilder. Wir laufen weiter. Sie spricht leise zu mir. In der Nähe sind ein paar Gässchen. Wir passieren Sie. Blicken in dunkle Gesichter, schwarzer Männer. Einer spricht mich an: „Hey flaco. Quieres un pocito Mari?“ Ich winke ab: „No, gracias.“ Blicke verfolgen uns. Sie ist schön! Wir zu europäisch. Wirken reich, trotz verratzter Klamotten. Ich rede sachte auf sie ein. Nicht umdrehen. Ruhig bleiben. Normal verhalten. Kapuze auf und nach rechts ab. Nach einem Stückchen hören wir. Einen Schrei. Wir laufen zurück. Dunkle Gestalten rennen in alle Himmelrichtungen. Eine bleibt stehen. Ängstlich. Verunsichert. Alleine!!! Zu gefährlich alleine. Als Frau allemal. Wir laufen weiter. In unseren Köpfen wiederholen sich ähnliche Szenen. Dieses Mal mit uns. Aber wieder nicht. Wir.
Ich stehe im Dunkeln. An einer Straßenecke. Es ist kühl. Noch ist kein Hochsommer. Die Laterne flackert. Ein leichter Wind weht mir um die Nase. Kapuze auf. Kippe an. Sicher wirken. Beobachten. Wo muss ich hin? Wen kann ich fragen? Man will mir Nüsse verkaufen. Ich kaufe eine Packung - um normal zu wirken. Sie schmecken verbrannt. Ich frage ein paar Leute. Keiner weiß es. Letzte Chance. Ein Taxi. Eines heranwinkend muss ich an eine Geschichte denken. War übel gewesen. Zu spät. Schon hält eines. Also gut! Zuallererst. Blick in den Kofferraum!!! Ist leer. Dann die Adresse durchgeben. Er kennt sie. Verhandeln. Preis ist in Ordnung. Ich steige ein. Sage ihm wo ich aussteigen möchte. Und. Auf Nachfrage. Dummerweise. Wo ich hingehe. Kurz darauf ein Telefonat. Ist ein Kumpel. Er bekommt eine Personenbeschreibung. Mit zwei Adressen. Dort wo ich aussteige. Und der, wo ich etwas trinken gehen wollte. Bleibe Gelassen. Lasse ihn fahren. Ich erkenne wieder wo wir sind. Dann. Kurz bevor wir da sind. Ein weiterer Anruf. Seien gleich da meint der Taxista. Ich reagiere. Sage, dass es hier auch gut ist. Bezahle. Steige aus. Ziehe mich um. Zum Glück habe ich Sachen dabei. Laufe durch viele Straßen. Auf Umwegen zur Kneipe. Und wieder werde ich Zeuge. In einer Seitenstraße. Ein Handgemenge. Vier gegen zwei. Zu viele. Außerdem. Ein Messer blitzt auf. Das ist die Entscheidung. Gegen ein Messer. Keine Chance! Nach Sekunden ist es vorbei. Aber. Alles weg. Und einen Riesenschock. Ich laufe weiter. Aufgewühlt. Denn. Wieder nicht ich. Und wieder war ich. Hilflos zum Zuschauen verdammt.
Hätte ich helfen sollen? Eingreifen sollen? Eigentlich zu gefährlich. Will doch noch leben. Den Moment erleben. Doch wie kann ich das, wenn ich immer wachsam sein muss? Immer nach hinten schauen muss. Irgendwann holen sie mich vielleicht auch ein. Und dann ist auch kein anderer da. Der hilft. Denn. Alle wollen leben. Auch die Täter. Also geschehen lassen. Darauf warten! Geduldig. Und. Trotzdem. Wachsam. Um es womöglich. Zu vermeiden…

Dienstag, 8. November 2011

Vermisst - Gefunden

Der Weg soll das Ziel sein. Die persönliche Entwicklung. Kleine Veränderungen bereiten ein Lächeln. Ich glaube. Ich bin auf einem guten Weg mich zu verändern. Wie? Weiß ich nicht! Aber. Wenn ich an die Zeit in Deutschland zurückdenke. Kommt es mir vor, als wäre es vor Jahren gewesen, dass ich dort lebte. Dabei ist es noch keine drei Monate her! Die Erklärung ist simpel: Ich habe ein neues Leben angefangen. Durch die vielen Erneuerungen in meinem Lebensrhythmus. Durch die Verschiedenheit der Menschen. Des Landes. Der Mentalität. Das viele Erkunden. Der Umstellung. Wird dieses Gefühl der Abgrenzung zu meinem „alten“ Leben noch verstärkt. Es ist ein schönes Gefühl. So neu angefangen zu haben. Und das werde ich mein Leben lang im Herzen behalten. Trotzdem. Es gibt auch Dinge. Sachen. Und vor allem. Menschen. Die ich vermisse. Mal mehr. Mal weniger. Auf der anderen Seite. Es gibt ja immer positiv und negativ. Habe ich hier in Peru auch sehr viel gefunden. Was mich an Deutschland gestört hat. Das Leben besteht, glaube ich, ganz einfach aus Kompromissen. Es ist ein Geben und Nehmen. Ein Verlieren und Finden und ein sich – damit – arrangieren!
Menschen. Die ich liebe. Ist das schlimmste. Jeder Gedanke an sie. Ist wie ein Stich ins Herz. Es blutet meine Seele und will nicht verheilen. Man findet andere. Doch kein einziger ist. Austauschbar. Jeder einzige. Einzigartig.
Mal kurz ins Städtchen um mit Kumpels ein Bier zu zischen. Generell die Anwesenheit auf öffentlichen Plätzen. Vor allem abends. Gibt’s nicht. Zu gefährlich…Die Unsicherheit. Das dauernde Um – sich - schauen und Wachsamsein. Gemütliche Cafés mit gutem Café und Kuchen. Der machismo. Der Konservativismus. Der Blick geht selten über den Tellerrand hinaus. Der Style…
Die andere, positive Seite.
Der Lebensrhythmus. Die Gelassenheit. Ruhe. Einfachheit. Das Improvisieren. Die Lebensfreude bei vielen. Der Dreck und die Verschlissenheit der Städte. Lima und seine verratzten Gässchen und bunten Häuser. Die kleinen Märkte. Die Früchte. Straßenstände. Das Meer. Das Chaos an sich. Das Vibrieren der Stadt…

Freitag, 7. Oktober 2011

Bilder!



Endlich...! Die langersehnten Bilder. Dazu muss gesagt werden, dass sie nicht selber gemacht sind. Sie wurden von einer Freundin gemacht. Trotzdem. Schön!

Mittwoch, 5. Oktober 2011

Kontraste



Wenn ich durch die Straßen laufe schaue ich mich um. Nehme wahr. Wie ist es hier, im Vergleich zu dort. Aber nichts. Nichts kann man vergleichen. Überall ist es anders. Neu. Ungewohnt. Befremdlich? Nicht mehr sehr. Manchmal. Abends wenn es dunkel ist und dunkle Gestalten durch die Gassen wandeln. Nur dann.
Ich finde mich gut zurecht. Mittlerweile! Trotzdem. Es dominiert das Prinzip: Haben und Nicht-Haben. Manchmal. Wenn ich im Mikro stehen muss. Sehe ich nur den Boden der Straße. Nichts mehr. Und allein daran lässt sich schon vage der Stadtteil erraten. Auch an den Pärken und Rasenflächen. Sind sie gepflegt. Bin ich in einem gutem Viertel. Wenn nicht. Ja…Dann nicht! Je mehr Schlaglöcher es gibt…Ist auch klar! Sogar. In den besseren Vierteln darf nicht gehupt werden! Bei Geldstrafe. Gemacht wird es trotzdem. Leiser. Dennoch.
Bessere Autos, schönere Häuser, gepflegtere und teurer gekleidete Menschen, mehr Europäer und Amerikaner! Zieren das Bild eines besseren Stadtviertels. Komisch! Aber so ist das.
Die Leute schauen. Schauen mehr. Wenn ich durch schlechtere Viertel laufe. Sowieso. Es gibt mehr dunkle Gestalten. Drogendealer. Kriminelle. Arme. Hat aber auch sein Reiz. Kennt man nicht aus Deutschland. Es ist der Nervenkitzel, der mich packt!
Viele sagen es sei gefährlich. Kann sein. Muss aber nicht. Ich höre das zu oft. Und jedes Mal. Fühle ich mich schlechter. Schlechter als ohne diese hilfreichen Kommentare. Si gracias, pero eso todavia yo se! Trotzdem. Auf manche Ratschläge sollte man hören. Ist schwierig für mich. War neulich im so genannten gefährlichsten Teil von Lima. Alleine. In der Dämmerung. Und? Jawohl. Ich lebe! Manche sagen „Glück“. Kann sein. Muss nicht. Kann auch. Anpassung. Regeln beachten. Genannt werden. Find ich fairer. Würde es ja nicht machen, würde ich mich in offensichtliche Gefahr bringen. Darf das nicht. Töricht. Wäre das. Dennoch. Aufpassen. Wachsam sein. Immer.
Aber trotzdem. Die Kontraste sind gewaltig. Die einen versinken im Müll und Dreck. In den anderen wird fast 24 Stunden lang geputzt. Auch mit Wasser. Das wertvolle Gut, was andere nicht einmal fließend besitzen. Oder Parkanlagen werden pingeligst gepflegt. Stundenlang gewässert…Das witzige ist. Die armen Viertel finde ich meist schöner. Die gewaltige Farbenpracht der Häuser. Die an den Hängen, hängen! Ist im Vergleich. Zu den Hochhäusern. Und Bonzenvillen. Die grau. Beinahe wie tot auf den gut geteerten Straßen stehen. Ein Traum. Einfach nur. Wunderschön.
Ich sehe viel. Schlucke viel. Die Stadt nimmt einem. Manchmal. Wortwörtlich. Den Atem. Trotzdem. Schön. Beeindruckend. Lima hat ganz einfach seinen eigenen Charme. Und ist man ihm verfallen. Kommt man nicht mehr von ihr los. Ich bin es bereits!

Montag, 3. Oktober 2011

Kurzmeldungen


Hallo,
Manch einer hat vielleicht gemerkt, dass ich sehr ungern schreibe was ich so gemacht habe und wie die vergangenen Wochen und Tage genau abliefen. Viel lieber schreibe ich solche Texte wie ich es bei den letzten zwei Einträgen gemacht habe. Das Problem ist nur, dass das sehr viel Zeit kostet und auch immer darauf ankommt, ob ich gerade eine kreative Phase habe oder nicht!
Deswegen hier kurz die wichtigsten Dinge der letzten Zeit zusammengefasst, dass ihr trotzdem ein bisschen bescheid wisst, wie es mir in Lima geht und doch auch ein bisschen was so passiert, bevor bald wieder ein neuer Text erscheint.

-         Mir geht es sehr gut!
-         Anfang September ist Anna gekommen, die Mitfreiwillige.
-         Am 15. hat die neue Gruppe angefangen. Seitdem ist viel mehr Struktur in meinem Tagesablauf z.B. fester Stundenplan, klarere Aufgaben.
-         Ich habe angefangen einen Jonglierworkshop zu geben.
-         Ich werde, wenn alles klappt, einen Chor gründen.
-         War am Sonntag das erste Mal raus aus Lima, haben mit der neuen Gruppe einen Ausflug gemacht. Tut gut das Großstadtleben für ein paar Stunden zu vergessen!

Auf bald,
Jonathan

Donnerstag, 15. September 2011

Zuhause Fremdsein

Was sehe ich? Ich laufe durch die Straßen und schaue mich um. Ich schaue nach Rechts. Und was sehe ich? Ich schaue in Fremde Gesichter, Gesichter die mich argwöhnisch anschauen. Fragend. Abschätzend. Fremd. Ich schaue nach Links. Und was sehe ich? Ich sehe in unbekannte Gesichter, Blicke treffen mich. Musternd. Kalt. Anders. Ich ziehe mir die Kapuze über den Kopf, es ist kalt. Es wirkt so kalt, hat fünfzehn Grad. Ich gehe weiter. Die Stimmung ist anders. Man ist anders. Ich fühle mich anders. Zum ersten Mal in meinem Leben weiß. Anders. Das Leben ist anders. Es gibt neue Regeln zum Leben. Kannte ich Regeln zum Leben? Zwangsläufig. Aber unbewusst. Ich lebte einfach so. Jetzt ist es schwieriger. So kommt es mir vor. Man tut alles um nicht aufzufallen und tut es doch. So oder so. Ich bin anders. Fremd. In der Fremde Zuhause zu sein. Anzukommen. Zu leben. Ist das möglich? Bei so viel Verschiedenheit.
Die Menschen sind herzlich. Fröhlich. Stolz. Sie machen Witze. Lachen. Leiden. Öffentlich. Die Armut ist nicht zu übersehen. Es tut weh. Zu sehen. Ich laufe durch die Gassen und sehe Menschen. Menschen, die nichts haben. Auf der Strasse sitzend, betteln sie um ihr leben. Einsam. Krank. Arm. Ich laufe vorbei und ziehe mir die Kapuze tiefer in die Stirn. Es ist nicht einfach zu leben. Tut weh (vorbei) zu laufen. Zu sehen. Zu wissen. Wissen was hinter alldem steckt ist unmöglich. Erahnen schon eher. Trotzdem. Schwierig. Sehen reicht schon. Denken hilft nicht. Nein. Nur leben. Lebe den Moment!
Mein Leben? Aufstehen. Kalte Dusche. Sprachschule. Arbeiten. Zigarette rauchend ins Bett fallen. Was habe ich heute gemacht? Nein! Nicht denken – Leben. Schlafen. Manchmal Freunde treffen. Rauchen. Trinken. Reden. Lachen. Tut gut. Sehr gut. Entspannt mich. Und plötzlich ist denken erlaubt. In diesen seltenen Momenten. Den Oasen meines Daseins. Fange ich an zu träumen. Sehe, was ich noch so alles vorhabe. Sehe mein Leben. Wie gut es mir geht. Genieße meine Freiheit. So sehr. Unglaublich. Frei…Träume von Frauen. Reisen. Meinem Leben. Fühle mich wohl.
Einsam - Zusammen. Fremd - Zuhause. Neu - Angekommen. Anders - Wunderbar.
Die Welt als Gringo zu sehen. Als Fremder. Weißer. Großer! Ausländer. Ist schwierig. Zu wissen, dass man nach einem Jahr wieder in die heile Welt fliegt. Ins Paradies. Macht es nur schwieriger. Ich will das nicht. Will es doch. Weiß es nicht. Was weiß ich schon? Dass ich anders bin. Neu bin. Mich verändern werde. Veränderungen. Das ist das, was ich wollte. Hier bekomme ich es. Umsonst. Geschenkt. Trotzdem. Es ist nicht leicht. Aber sie sind gut. Bringen mich weiter. Halten mich am leben. Schaue auf den Moment! Fühle ihn! Einfach? Nein. Aber. Besser.
Schwarz –Weiß. Kalt – Heiß. Klein – Groß. Langsam – Schnell. Farbig – Farblos. Weit – Kurz. Schön – Hässlich. Arm – Reich. Wasser – Kein Wasser. Feucht – Trocken. Grün – Verdorrt. Lebendig – tot.
Gegensätze bestimmen mein neues Leben. Reizen mich. Fordern mich. Nerven mich. Aber alles hat sein Plus und sein Minus. Ich fühle beides. Es sind starke Strömungen. Pole. Es gibt kein Weder…Noch. Gibt nur alles. Das volle Programm. Rückzug kann und will ich nicht. Mit Vollgas voraus. Leben. Erleben. Beben. Fehlte mir Zuhause. Hier habe ich es. Den alltäglichen Rausch! Vielleicht nicht lange. Aber im Moment ist er da. Und deswegen lebe ich…Ich lebe ihn. Den Moment.

Sonntag, 4. September 2011

Eindrücke


Jetzt bin ich also schon seit eineinhalb Wochen in der Fremde und langsam verändert sich mein Eindruck von „WOW“ zu „normal“! Aber das ist auch schön so, denn ich verspüre nun ein kleines Gefühl von Ankunft. Nicht das es schwierig war reinzukommen, gar nicht, aber die Fremde und die Zeitumstellung und alle Eindrücke zu verarbeiten, das brauchte schon seine Zeit. Aber ich fühle mich sehr, sehr wohl. Die Menschen sind nett, hilfsbereit, freundlich, lustig, lebensfroh, und ein bisschen laut, zusammengefasst: Sehr angenehm. Die Arbeit ist ziemlich entspannt! Ich muss nicht viel machen, die Hauptsache ist, dass ich da bin und den Jugendlichen das Gefühl von Zuneigung bzw. Interesse vermittle. Und das gelingt mir glaube ich ganz gut.
Die Stadt ist ein Wahnsinn in beiderlei Hinsicht. Riesengroß, laut, sie stinkt, sie ist sehr dreckig, die Strassen und Häuser sind heruntergekommen, natürlich nicht in den wenigen Reichenvierteln, sie ist ohne Mitleid wie ich finde, aber sie hat auch ihre unglaublich reizvollen Seiten wie z.B. die vielen Stände auf den Straßen mit Früchten, Essen, Süßigkeiten, Klamotten usw. die vielen kleinen Boutiquen in denen es immer etwas zum schauen oder zu naschen gibt, das Meer, die spannenden Bus und Taxifahrten auf denen man jedes Mal denkt man müsse gleich sterben und jetzt grade am Anfang die noch Tausend unbekannten Sachen und Dinge die es zu erkunden, entdecken und zu bewundern gilt!
Diese Reise, dieses Jahr galt als Abenteuer, und so hat es auch angefangen. Die ersten Tage habe ich mich als Außerirdischer gefühlt, wie ein winziger Säugling dazu, der nicht wusste wie er sich in welcher Situation verhalten muss. Dieses Gefühl ist gewichen und mittlerweile glaube ich bin ich in der Jugend angelangt. Man probiert aus! Manchmal steige ich einfach in den Bus um zu schauen, in was für ein Stadtteil ich nun kommen werde, manchmal laufe ich in meinem Stadtviertel herum und versuche zu verstehen, zu entdecken, was es noch so alles gibt. Ich versuche zu handeln, feilschen…was leider noch sehr selten klappt! Ich lebe ganz einfach mein Leben, mit aller Freiheit die ich im Moment besitze und das ist schon viel. Ich muss zur Arbeit kommen und mehr nicht, da gibt es niemanden der auf mich aufpasst, das liegt nun alles in meiner eigenen Verantwortung und das ist gut so, es ist ein angenehmes Gefühl zu wissen, dass wenn ich dieses nun mache, bin ICH derjenige der in die Verantwortung gezogen wird. Genau dieses Gefühl habe ich mir schon lange gewünscht und genieße es für den Moment. Denn für mich gilt: Der Moment ist das einzige, was das Leben lebenswert macht!

Dienstag, 30. August 2011

Verkehr

Neben meinen Berichten wie es mir geht und was ich so mache, möchte ich auch ab und zu, so lange Zeit, Kraft und Lust reichen spezielle Beiträge über die Besonderheiten in Lima und Peru verfassen. Heute also der Verkehr.
Obwohl ich noch nicht lange da bin habe ich schon einige Eindrücke bekommen. Zuerst einmal: Ich liebe ihn!
Jeder weiß wie viele Regeln es in Deutschland gibt und wie viele auch so sinnlos sind! In Lima gibt es nur eine Regel: Das es keine Regeln gibt!!!
Weder Rechts vor Links noch Rechtsfahrgebot noch Rechtsüberhohlverbot noch Ampeln...das schöne ist, dass es trotzdem funktioniert und zwar erstaunlich gut! Je schwächer man ist, desto weniger Rechte hat man, das ist vielleicht eine Regel. Fußgänger schauen am besten IMMER wenn sie über die Strasse gehen, auch am Zebrastreifen und es kann auch mal gut sein, dass ein Kleinwagen in voller Fahrt heftig abbremsen muss weil ein Bus der halten möchte vor im einschert!
Schön zu beobachten ist auch, dass die Peruaner, die eigentlich ein sehr ruhiges Völkchen sind, sobald sie in ein Auto gestiegen sind, nicht mehr ruhig sind. Plötzlich kommt das Feuer in Ihnen hoch und dann wird geschimpft und gehupt und geschrieen und gestikuliert und alles ist ganz hektisch.
Bus zu fahren ist ein Ereignis, noch krasser sind die kleineren und am besten sind die colectivos. So groß wie ein Taxi nur mit einer festen Rute in das sich manchmal 10 Menschen quetschen. Anschnallen muss man sich generell nicht, ausser vorne, außerdem stört es den Taxifahrer wirklich nicht ob dann plötzlich 10 Leute vor ihm stehen, irgendwie geht es immer! Zudem sieht man die größten Schrottbollen, die bei uns wahrscheinlich nicht mal mehr die dunkelrote Umweltplakette bekommen würden! Ein herrliches Erlebnis und so voller Energie und Lebensfreude, dass ich manchmal wirklich dabei erwische wie ich einfach nur dastehe und zuschaue!

Angekommen

Hola,Hier bin ich also, in Lima, Peru! Nach letzten aufregenden Tagen in Deutschland habe ich von allen Abschied genommen und bin am Donnerstag morgen in den Flieger gestiegen. Nach 20 Stunden Reisezeit war ich dann abends um Neun in Lima angekommen. Dort haben mich meine Chefin, Verena, mein Vorgänger und ein Jugendlicher abgeholt. Zuhause angelangt, ich habe ein Zimmer in einem Mietshaus, ging ich sofort schlafen. Am nächsten Morgen bin ich um Neun in die Einrichtung und wurde allen vorgestellt. Marc, mein Vorgänger hat mir alles gezeigt und mich ein bisschen eingewiesen. Abends war ich dann mit den Jugendlichen Fussball spielen. Der Samstag war ähnlich lang und anstrengend obwohl ich nicht viel gemacht habe aber die Umstellung braucht doch einige Tage. Sonntag war morgens ein Halbmarathon dein einige Jugendlichen gelaufen sind und bei dem ich Fotos gemacht habe. Anschließend hatte ich frei und bin nach San Christoforus ,zu einer Gruppe Freiwilliger gegangen die ich vom Vorbereitungsseminar her kenne, gegangen. Montag war Reunion in der meine Vorstellung stattfand, anschließend waren wir essen und dann habe ich mit Marc einige Besorgungen erledigt. Da heute Feiertag ist bin ich wieder nach San Christoforus gefahren und bin mit drei Freundinnen auf eine Strassenfeier im "Gettho" gegangen. Mitten auf einer Straße war eine Bühne aufgebaut und vom Säugling bis zum Greis haben sie alle getanzt und gefeiert. Um Null Uhr kamm dann die erste Vaca loca, eine Kuh aus Bambus gebaut und mit Feuerwerk die ein ausgewählter tragen darf und damit die Menge verrückt macht. Das geht dann vier mal so bis die große angezündet wird. Sie ist ungefähr sechs Meter hoch und brennt ca. 10 min. Das alles ist zu ehren von Santa Rosa de Lima der Schutzpatronin vom Lima die schon mit 32 heilig gesprochen wurde. Auf jeden Fall ein Erlebnis! Wie ihr hört geht es mir sehr gut und ich geniesse es ziemlich.
Ich hoffe ihr seid auch alle wohlauf. Bis bald,
Euer,
Jonathan

Donnerstag, 21. Juli 2011

Reisestart

Liebe Leser,

Wenn ihr zu Jonathan Bartlewskis Peru Reisetagebuch wollt, seid ihr hier richtig! Dieser Blog soll mir helfen ewig lange Rundmails zu vermeiden um "mal eben" mitteilen zu können, was in Peru so passiert. In gut einem Monat geht die Reise los und Freude und Angst vermischen sich so langsam! Trotzdem bin ich glücklich bald in die weite Welt verreisen zu dürfen. Am 25. August ist Abflug. Bis bald,

Euer Jonathan