Sonntag, 4. September 2011

Eindrücke


Jetzt bin ich also schon seit eineinhalb Wochen in der Fremde und langsam verändert sich mein Eindruck von „WOW“ zu „normal“! Aber das ist auch schön so, denn ich verspüre nun ein kleines Gefühl von Ankunft. Nicht das es schwierig war reinzukommen, gar nicht, aber die Fremde und die Zeitumstellung und alle Eindrücke zu verarbeiten, das brauchte schon seine Zeit. Aber ich fühle mich sehr, sehr wohl. Die Menschen sind nett, hilfsbereit, freundlich, lustig, lebensfroh, und ein bisschen laut, zusammengefasst: Sehr angenehm. Die Arbeit ist ziemlich entspannt! Ich muss nicht viel machen, die Hauptsache ist, dass ich da bin und den Jugendlichen das Gefühl von Zuneigung bzw. Interesse vermittle. Und das gelingt mir glaube ich ganz gut.
Die Stadt ist ein Wahnsinn in beiderlei Hinsicht. Riesengroß, laut, sie stinkt, sie ist sehr dreckig, die Strassen und Häuser sind heruntergekommen, natürlich nicht in den wenigen Reichenvierteln, sie ist ohne Mitleid wie ich finde, aber sie hat auch ihre unglaublich reizvollen Seiten wie z.B. die vielen Stände auf den Straßen mit Früchten, Essen, Süßigkeiten, Klamotten usw. die vielen kleinen Boutiquen in denen es immer etwas zum schauen oder zu naschen gibt, das Meer, die spannenden Bus und Taxifahrten auf denen man jedes Mal denkt man müsse gleich sterben und jetzt grade am Anfang die noch Tausend unbekannten Sachen und Dinge die es zu erkunden, entdecken und zu bewundern gilt!
Diese Reise, dieses Jahr galt als Abenteuer, und so hat es auch angefangen. Die ersten Tage habe ich mich als Außerirdischer gefühlt, wie ein winziger Säugling dazu, der nicht wusste wie er sich in welcher Situation verhalten muss. Dieses Gefühl ist gewichen und mittlerweile glaube ich bin ich in der Jugend angelangt. Man probiert aus! Manchmal steige ich einfach in den Bus um zu schauen, in was für ein Stadtteil ich nun kommen werde, manchmal laufe ich in meinem Stadtviertel herum und versuche zu verstehen, zu entdecken, was es noch so alles gibt. Ich versuche zu handeln, feilschen…was leider noch sehr selten klappt! Ich lebe ganz einfach mein Leben, mit aller Freiheit die ich im Moment besitze und das ist schon viel. Ich muss zur Arbeit kommen und mehr nicht, da gibt es niemanden der auf mich aufpasst, das liegt nun alles in meiner eigenen Verantwortung und das ist gut so, es ist ein angenehmes Gefühl zu wissen, dass wenn ich dieses nun mache, bin ICH derjenige der in die Verantwortung gezogen wird. Genau dieses Gefühl habe ich mir schon lange gewünscht und genieße es für den Moment. Denn für mich gilt: Der Moment ist das einzige, was das Leben lebenswert macht!

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